Systemische Familientherapie

Systemische Therapie - was ist das?

Psychische Krankheiten oder Probleme in Familien werden von systemisch arbeitenden Menschen als Lösungsversuch gesehen, der statt zu einer Erleichterung zu einer Belastung im Leben führt.

In den Sitzungen wird ein Blick auf die Ausnahmen des problematischen Verhaltens eingenommen, wo sich in problemfreien Situationen das belastende Problem eben nicht zeigt. Dies hilft zu erkennen: "Es ist ja nicht immer so". Dabei erweitert sich der eigene Blickwinkel. Die Hoffnung steigt problemfreies Verhalten erleben zu können. Ein liebevoller Beziehungsaufbau zu sich und anderen wird unterstützt.

Wie funktioniert die Systemische Therapie?

Systemische Familientherapie umfasst ressourcen- und lösungsfokussierte Gespräche und Methoden mit Einzelpersonen, Paaren und Familien. Dies heißt, dass Klient*inn*en als Experten ihres eigenen Systems betrachtet werden. Sie sind es die sich in ihrem Leben und Familiensystem am besten auskennen. Die Therapeutin regt nur durch ihre Fragen neue Sichtweisen an. Sie orientiert sich dabei an den Wünschen und Aufträgen der Klient*inn*en.

Durch den Blick in die Vergangenheit der Klient*inn*en, auf die gegenwärtige Lebenssituation und die zukünftigen Lebensziele, können neue Lösungen für das Anliegen gefunden werden.

 

Verschiedenen Rollen im Lebensalltag kann, z.B. mit Hilfe von Figurenaufstellungen, Raum gegeben werden, um z.B. automatisierte Gefühlsreaktionen oder Gedanken zu überdenken. Verschiedene Methoden erleichtern neue Entscheidungen zu treffen, eigene Grenzen zu spüren und Ziele zu erreichen, die wohltuend sind.

 

Die Familienmitglieder werden meist als große Unterstützung der Betroffenen gesehen. In einer systemischen Sitzung kommen die Beteiligten (real oder gedanklich) zu Wort und deren Bewertungen können zur Lösung des Problems einbezogen werden. In der Folge der Gespräche steigt häufig das Verständnis füreinander und die gegenseitige Wertschätzung verstärkt sich.

Welche Vorteile bietet die Systemische Therapie

Systemische Therapeut*inn*en gehen davon aus, dass auch in komplexen Situationen bereits kleine Veränderungen im Verhalten des Klienten ausreichen, um einen sogenannten Verbreitungseffekt auszulösen, der weit reichende Veränderungen im Verhalten nach sich ziehen kann. Weitere wichtige Grundsätze dieses Therapieansatzes sind die Wertschätzung der Autonomie und Ressourcen der Klient*inn*en. Der Klient wird als kompetenter Mensch mit Stärken und Fähigkeiten angesehen, die ihm helfen, sein Leben zu meistern. Die Therapeutin ist während der Therapie die Expertin für die Fragen, der Klient oder die Klientin ist Experte oder Expertin ihrer Beziehungen und für ihre passenden Lösungen.

Systemische Therapie findet im Gegensatz zu anderen Therapieformen oft mit mehrwöchigen Sitzungspausen statt, da angenommen wird, dass gerade in den Sitzungspausen Veränderung stattfindet, da neues Verhalten ausprobiert und eingeübt wird. Dies hat für die Klientinnen den Vorteil von geringeren Kosten und der Erhöhung von Selbstwirksamkeitserfahrungen.